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Interview vom 15.08.07:

 

 Unser Interviewpartner Marcus Piepenschneider

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Guten Tag Herr Piepenschneider! Vielen Dank, dass Sie sich für uns Zeit nehmen. Bitte nennen Sie uns zunächst ein paar Eckdaten zu Ihrem Unternehmen Teesland iOG.

 

In welcher Branche sind Sie tätig?

>> Teesland iOG ist im Fonds- und Assetmanagement tätig. In Deutschland verwalten wir derzeit 82 Liegenschaften im Wert von ca. 1 Milliarde Euro. Das sind größtenteils Gewerbe- und Büroparks.

 

Wie viele Mitarbeiter sind in Ihrem Unternehmen beschäftigt?

>> Deutschlandweit sind bei uns mittlerweile 28 Mitarbeiter angestellt.

 

Sind Sie auch international tätig?

>> Ja, unser Hauptsitz ist in London. Seit dem 25. Juni 2007 gehört unser Unternehmen zur australischen Valad Property Group.

 

Welche Position haben Sie im Unternehmen?

>> Ich bin Geschäftsführer für den Bereich Finanzen.

 

Kommen wir zum Thema Fachkräftemangel und zur Personalpolitik Ihres Unternehmens!

Spüren Sie bei Teesland iOG bereits Auswirkungen des Fachkräftemangels?

>> Das muss man nach Finanzen und Asset Management differenzieren. In der Buchhaltung zum Beispiel waren wir auf der Suche nach einem Fund Accountant. Das heißt, wir sind es immer noch. Es gibt derzeit nur 150 Fund Accountants in Deutschland, und die werden dementsprechend extrem gut bezahlt. Wir hatten mit London abgestimmt, dass wir drei Monate lang auf dem deutschen Markt suchen. Nach drei Monaten haben wir die Stelle dann wie vereinbart in London ausgeschrieben was natürlich auch zur Folge hat, dass das Gehalt etwas höher sein wird, als anfangs eingeplant.

 

Gibt es von dort schon Erfolge zu vermelden?

>> Heute führen meine Londoner Kollegen noch mal drei Gespräche in London durch, allerdings ohne meine Beteiligung. Der Aufgabenbereich wird dann sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland sein. London ist optimistisch und geht davon aus, dass die Stelle besetzt wird.

 

Und wie sieht es beim Asset Management aus?

>> Für das Asset Management ist es nicht ganz so schwierig, entsprechende Kandidaten zu finden. Im Bereich Finanzen haben wir eine durchschnittliche Zeit von zwei bis vier Monaten, bis wir den richtigen Kandidaten gefunden haben. Wenn wir beispielsweise sagen, wir suchen einen Buchhalter, ist die Frage, ob Debitoren-, Kreditoren- oder Hauptbuchhaltung. Mittlerweile suchen wir gezielt nach Spezialisten, die auch Immobilienerfahrung mitbringen. Aber derzeit haben wir keine Probleme, Bewerber zu finden, und ich gehe davon aus, dass dadurch, dass wir deutschlandweit aufgestellt sind - Frankfurt, Hamburg, München, Berlin - auch in Zukunft keine entstehen.

 

Wie lange dauert es im Schnitt, bis Sie eine vakante Stelle besetzen können?

>> Der Schnitt liegt insgesamt bei zwei bis vier Monaten. Wir schlagen Kandidaten vor und die endgültige Entscheidung wird in London getroffen. Unsere Vorschläge wurden bislang letzten Endes immer ausgewählt.

 

Welche Möglichkeiten haben Sie bisher genutzt, das Problem Fachkräftemangel zu lösen - und welche können Sie sich darüber hinaus vorstellen?

>> In der Vergangenheit war es so, dass wir erst Liegenschaften oder Portfolios zugekauft haben und die zusätzliche Arbeit auf unsere eigenen Mitarbeiter verteilt haben. Jetzt ist es anders. Sobald wir einen Kauf abgeschlossen haben, läuft parallel dazu ein Personalsuchauftrag. So haben wir eine Vorlaufzeit von zwei bis drei Monaten und können die Arbeit bis dahin schon gezielt steuern und aufteilen. In der Vergangenheit haben wir Arbeit umverteilt und einzelne Bereiche auf externe Dienstleister ausgelagert - jetzt arbeiten wir lieber mit eigenen Leuten.

 

Denken Sie, dass der Fachkräftemangel eine echte Gefahr für das Wirtschaftswachstum darstellt?

>> Ich glaube zwar grundsätzlich schon, dass es gebremst werden könnte. Derzeit kann ich aber keine echte Gefahr erkennen, dass wir an Aufschwung verlieren. Die extrem betroffenen Bereiche sind die Pharma-Industrie, der Maschinenbau, der IT-Bereich und die Elektrotechnik. Dort gibt es definitiv einen Fachkräftemangel. Ich sehe aber kein gänzlich gebremstes Wachstum und gehe nicht davon aus, dass es Veränderungen für die gesamte Wirtschaft geben wird. Die Wirtschaft reagiert momentan einfach zu spät auf den Aufschwung. Man dachte wahrscheinlich drei Monate lang "wunderbar, es geht aufwärts", und jetzt müssen diese Rückstände abgearbeitet werden, während die Konjunktur leicht wieder heruntergeht.

 

 

Die Bundesagentur für Arbeit hat in ihrer Analyse vom Juli 2007 deutlich zurückgewiesen, dass Unternehmen eine gewisse Mitverantwortlichkeit für den Fachkräftemangel hätten. Wie sehen Sie das?

Wo sehen Sie innerhalb der Unternehmen Handlungsbedarf?

>> Ich sehe es so, dass die Politik versäumt hat, in der Vergangenheit den offensichtlichen Mangel zu stoppen und entsprechende Programme aufzusetzen. Wenn man das ganze Geschehen zurückverfolgt, gab es in den letzten 10 Jahren Förderprogramme, dass ältere Mitarbeiter in Frührente gehen. Das war das erste Programm der damaligen Bundesregierung. Dann sagte man, uns fehlen die Fachkräfte. Ich kann nicht erkennen, dass die Unternehmen etwas falsch gemacht haben. Ich sehe eher, dass die Politik zu spät reagiert hat.

 

Denken Sie, dass der Bedarf an Personaldienstleistern durch den Fachkräftemangel mittelfristig steigen wird?

>> Ja. Die Frage ist natürlich immer, wie gut der Dienstleister auf die Nachfrage des Unternehmens reagiert und ob er so gut aufgestellt ist, dass er auch im Ausland aktiv ist, um Fachkräfte für den deutschen Markt zu begeistern. Dann sehe ich eine gute Marktchance für Personaldienstleister. Ich kann mir nicht vorstellen, dass nur regional aufgestellte Unternehmen weiterkommen. Fireco hat den Vorteil, dass sie innerhalb Deutschlands schon sehr groß aufgestellt sind und einen Fachbereich abdecken. Spezialisierte Personaldienstleister können auf die Nachfrage nach Fachkräften viel besser reagieren.

 

Bildet Ihr Unternehmen auch aus?

>> Wir würden gerne ausbilden und haben das auch bereits in Angriff genommen und uns kundig gemacht: Es gibt ja den Ausbildungsgang Immobilienfachwirt. Die Bundesregierung hat die ganze Sache außerdem etwas erleichtert, indem Unternehmen auch ohne Ausbilderschein in den nächsten Jahren ausbilden können. Aber wie gesagt, bei uns steckt das noch in den Kinderschuhen.

 

Wie können wir uns Ihre Zusammenarbeit mit den Personaldienstleistern eigentlich genau vorstellen?

>> Fireco ist unser Partner im Finanz- und Rechnungswesen. Fireco ist unserer Erfahrung nach flexibler als andere Dienstleister. Bei manchen habe ich den Eindruck, dass ich eher das Branding bezahle, als dass ich entsprechend gutes Personal finde. Ein weiterer Vorteil von fireco ist, dass sie die Kandidaten vorher schon einmal persönlich kennengelernt haben. Der Kandidat hat ein Vorstellungsgespräch durchlaufen und mehrere Tests hinter sich gebracht. Das ist bei anderen Anbietern nicht unbedingt der Fall.

 

Haben Sie persönlich denn auch schon Erfahrungen mit Personaldienstleistern gemacht?

>> Ja, bei fireco bin ich mittlerweile zwei Mal vermittelt worden. Ich war vorher bei einem Automobilunternehmen tätig und bin von Berlin nach Frankfurt und von dort nach Ulm umgezogen, so dass ich gleich mehrere Dependancen von fireco kennen gelernt habe. Nach 18 Monaten habe ich gesagt, ich will nicht mehr reisen, ich möchte wieder nach Berlin und habe mich dann wieder an sie gewandt. Drei Unternehmen waren in der Auswahl. Das erste hat gleich zugesagt, so dass ich die anderen Gespräche gar nicht mehr durchführen musste.

 

Vielen Dank für das Interview!

 
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